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Stressforscher: So beeinflusst das Büro unser Wohlbefinden
Einzelbüro, Großraumbüro oder aktivitätsbasierte Arbeitsbereiche. Die Art, wie wir arbeiten, hat großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit. Der Arbeits- und Organisationspsychologe Aram Seddigh hat untersucht, wie sich unterschiedliche Büroformen auf Stress und Leistung auswirken. Sein Fazit: Eine schlecht gestaltete Arbeitsumgebung kann mehr kosten, als viele vermuten.

Leistung wird häufig mit Führung und Unternehmenskultur verknüpft, während Faktoren wie Raumgestaltung, Abstände und Einrichtung oft in den Hintergrund treten. Dabei prägen sie maßgeblich, wie wir täglich arbeiten.
Aram Seddigh ist Doktor der Arbeits und Organisationspsychologie, zugelassener Psychologe und war früher am Stressforschungsinstitut tätig. Heute ist er Geschäftsführer von WeOffice und berät Unternehmen zu Arbeitsplatzfragen.
Er betont: Ein schlecht gestalteter Raum kann die Voraussetzungen dafür verschlechtern, dass ein Unternehmen seine Ziele erreicht selbst bei guter Führung und Unternehmenskultur.
Aram Seddigh ist Doktor der Arbeits und Organisationspsychologie, zugelassener Psychologe und war früher am Stressforschungsinstitut tätig. Heute ist er Geschäftsführer von WeOffice und berät Unternehmen zu Arbeitsplatzfragen.
Er betont: Ein schlecht gestalteter Raum kann die Voraussetzungen dafür verschlechtern, dass ein Unternehmen seine Ziele erreicht selbst bei guter Führung und Unternehmenskultur.
So beeinflusst die Büroumgebung unseren Arbeitsalltag
In seiner Doktorarbeit aus dem Jahr 2015 untersuchte Aram Seddigh, wie sich unterschiedliche Büroformen und Arbeitsweisen auf Gesundheit und Produktivität auswirken. Dafür begleitete er über tausend Personen in verschiedenen Arbeitsumgebungen von Einzelbüros bis hin zu großen Großraumbüros und flexiblen Arbeitsbereichen. Die Ergebnisse zeigten klare Muster, vor allem bei Ablenkung und kognitivem Stress.
– Je größer das Großraumbüro, desto höher war die Ablenkung und desto schlechter die Leistung. In einem Test absolvierten die Teilnehmenden in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung eine konzentrationsintensive Aufgabe. Das Ergebnis war eindeutig: Mit zunehmender Bürogröße fiel es schwerer, gute Leistungen zu erzielen.
– Je größer das Großraumbüro, desto höher war die Ablenkung und desto schlechter die Leistung. In einem Test absolvierten die Teilnehmenden in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung eine konzentrationsintensive Aufgabe. Das Ergebnis war eindeutig: Mit zunehmender Bürogröße fiel es schwerer, gute Leistungen zu erzielen.
– Auch im Vergleich zu Einzelbüros zeigten sich ähnliche Herausforderungen. Unter normalen Arbeitsbedingungen war die Leistung dort ebenfalls eingeschränkt. Ein möglicher Grund ist die offene Türpolitik, durch die es häufiger zu Unterbrechungen kommt. Deshalb ist es wichtig, auch in Einzelbüros aktiv für gute Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten zu sorgen.

Eine sorgfältig gestaltete Büroumgebung schafft gute Voraussetzungen für Konzentration und Wohlbefinden unabhängig davon, ob es sich um Einzelbüros, Großraumbüros oder eine Kombination handelt. In Einzelbüros können zum Beispiel große Vorhänge sowohl Privatsphäre bieten als auch signalisieren, ob man verfügbar ist oder ungestört arbeiten möchte.

In Großraumbüros mit verschiedenen Arbeitsbereichen sind Trennwände eine einfache Lösung, um Geräusche zu reduzieren und kleinere Zonen zu schaffen. So können Teamarbeit und konzentriertes Arbeiten parallel stattfinden und Ablenkungen werden verringert.
Grundlegende Fragen für ein funktionierendes Büro
Bei der Umgestaltung von Büros setzen Unternehmen laut Aram Seddigh oft am falschen Punkt an.
– Sie konzentrieren sich zu schnell auf konkrete Lösungen und orientieren sich dabei vor allem an der bestehenden Situation etwa an Fläche und Mitarbeiterzahl.
Stattdessen nennt er vier zentrale Fragen, die für ein funktionierendes Büro entscheidend sind: Ist die Fläche passend dimensioniert Gibt es genügend unterschiedliche Arbeitsbereiche Unterstützt die Gestaltung die gewünschte Zusammenarbeit Und lässt sich das Büro tatsächlich so nutzen wie geplant

Die erste Frage betrifft die richtige Größe des Büros.
– Wird der Platzbedarf unterschätzt, entsteht Enge und Mitarbeitende meiden den Arbeitsplatz. Wird er überschätzt, wirkt die Umgebung leer und ungenutzt zudem spielen wirtschaftliche Faktoren eine Rolle.
Doch die passende Fläche allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie der Raum genutzt wird. Manche Aufgaben erfordern Ruhe und Konzentration, andere leben vom Austausch und gemeinsamer Problemlösung. Wenn die Umgebung keinen Wechsel zwischen diesen Anforderungen ermöglicht, entstehen Spannungen.
– Deshalb braucht es eine übergreifende Arbeitsplatzstrategie, die sowohl die unterschiedlichen Bedürfnisse als auch die Rahmenbedingungen des Unternehmens berücksichtigt.
Bei dieser Strategie geht es nicht nur um Räume, sondern auch um Zusammenarbeit. Wer arbeitet eng zusammen und wer braucht Rückzugsmöglichkeiten? Die Gestaltung muss zu den digitalen Tools und den Arbeitsprozessen der Organisation passen.

Leben wir, was wir vermitteln? In unseren Büroräumen in Halmstad haben wir eine Arbeitsumgebung geschaffen, die verschiedene Arbeitsweisen unterstützt. Neben festen Arbeitsplätzen gibt es Gemeinschaftsbereiche, Sitzgruppen und Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten.

…kleinere Fokusräume für ungestörtes Arbeiten sowie Besprechungs und Konferenzräume in verschiedenen Größen für Rückzug und Austausch.
Das Gleichgewicht zwischen Zusammenarbeit und Konzentration
In offenen und flexiblen Arbeitsumgebungen wird ein Aspekt besonders wichtig: die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.
– Damit Zusammenarbeit funktioniert, muss auch das Bedürfnis nach Privatsphäre erfüllt sein. Fehlt diese, verlassen Mitarbeitende den Arbeitsplatz und stehen für den Austausch nicht mehr zur Verfügung.
Im Alltag geht es vor allem darum, schnell zwischen Aufgaben wechseln zu können.
– Die sogenannte 30 Sekunden Regel macht das deutlich. Es sollte nicht länger als eine halbe Minute dauern, den Arbeitsplatz zu wechseln und direkt weiterzuarbeiten. Sind die Wege zu lang, sinkt die Bereitschaft, den Platz zu wechseln und gewünschte Arbeitsweisen lassen sich schwerer umsetzen. Genau hier zeigt sich, wie gut ein Büro im Alltag tatsächlich funktioniert.

Det ska vara både lätt och gå snabbt att ta sig till en alternativ arbetsyta. Att byta arbetsställning är dessutom ett perfekt sätt att få igång blodcirkulationen och få mer energi.

Laut dem Castellum Bericht "Das Arbeitsleben der Zukunft 2024" halten 81 Prozent das Büroumfeld für wichtig bei der Wahl eines neuen Jobs. Eine durchdachte Arbeitsumgebung ist daher von großer Bedeutung. Auch konzentriertes Arbeiten muss am Arbeitsplatz möglich sein und erfordert eine passende Gestaltung.
Der Satz ist an vielen Arbeitsplätzen bekannt: „Ich muss mich morgen konzentrieren, deshalb arbeite ich von zu Hause.“
– Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Arbeitsplatz nicht alle Bedürfnisse erfüllt. Und das ist problematisch, vor allem für diejenigen, die zu Hause keine geeignete Arbeitsumgebung haben.
Ein Büro muss daher sowohl Zusammenarbeit als auch ungestörte Konzentration ermöglichen. Andernfalls wenden sich Mitarbeitende ab, wenn ihre Aufgaben Fokus erfordern.
Die Grundlage ist laut Aram Seddigh einfach:
– Den Flächenbedarf richtig einschätzen, eine Vielfalt an Arbeitsumgebungen schaffen, die den Anforderungen der Organisation entsprechen, und aktiv daran arbeiten, die Nutzbarkeit des Arbeitsplatzes zu verbessern. So entstehen die Voraussetzungen für Leistung und Erholung.















