Eine Expertin erklärt die Grundlagen der physischen Gesundheit im Büroalltag

Eine Expertin erklärt die Grundlagen der physischen Gesundheit im Büroalltag

Gesundheitsfaktoren im Arbeitsleben umfassen häufig Aspekte, die die psychische Gesundheit der Mitarbeiter auf organisatorischer Ebene fördern. Das umfasst Dinge wie Vertrauen, Entwicklungsmöglichkeiten und gemeinsame Ziele. Wir möchten jedoch auch die Bedeutung des Arbeitsumfelds für eine nachhaltige Gesundheit hervorheben. Deshalb haben wir die Physiotherapeutin und Ergonomin Erica von Sicard gefragt, körperliche Gesundheitsfaktoren zu nennen, die dazu beitragen können, dass wir uns im Büro besser fühlen. Geh' die Liste durch und kreuze alles an, was bei dir im Büro relevant ist.
 

Was ist ein körperlicher Gesundheitsfaktor?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass physische Gesundheitsfaktoren die positiven Bedingungen sind, unter denen wir uns körperlich wohlfühlen. Das kann ein ergonomischer Stuhl sein, eine gute Beleuchtung oder die Möglichkeit, die Arbeit an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Gesundheitsfaktoren sorgen dafür, dass wir uns bei der Arbeit gut fühlen und leistungsfähig sind. Ein systematischer, langfristiger und aktiver Einsatz von Gesundheitsfaktoren erhöht die Chance, ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen und den Krankenstand der Beschäftigten zu verringern.

Hier ist eine Liste der fünf körperlichen Gesundheitsfaktoren:

Frau sitzt am Schreibtisch

1. Unterschiedliche Arbeitspositionen

Der Körper ist da, um bewegt zu werden! Ein Wechsel der Arbeitsposition ist daher der Schlüssel zu einem gesünderen Arbeitsleben. Bewegung fördert die Durchblutung, was gut für unser Gehirn ist und uns wacher macht. Deshalb lohnt sich ein Arbeitsplatz, wo man stehen und auf verschiedene Arten sitzen kann. Das ist natürlich auch dann wichtig, wenn ein Teil der Arbeit von zu Hause aus erledigt werden muss, wie im Falle der Hybridarbeit.

Denke daran, zentriert zu arbeiten und verwende eine Stehmatte, einen Dokumentenhalter usw. um entspannt zu arbeiten. Vergiss nicht, gelegentlich kleine Pausen einzulegen, um zu verschnaufen und Nacken und Schultern zu entspannen. 

Schreibtisch MODULUS

Höhenverstellbare Schreibtische

Das Wechseln zwischen Sitzen und Stehen ist der perfekte Weg, um den Körper während eines Bürotages zu aktivieren - und das wird durch einen höhenverstellbaren Schreibtisch erleichtert. Die Schreibtische sind in verschiedenen Farben, Formen und Größen erhältlich, haben aber eines gemeinsam: Sie sind eine Investition in das Wohlbefinden.

Zu den Höhenverstellbaren Schreibtischen

2. Bessere Akustik im Büro

Es gibt Dinge, die sich negativ auf ein gutes Arbeitsklima auswirken, zum Beispiel störender Lärm. Darunter leidet nicht nur die Arbeit. Auch die erhöhte Anstrengung, sich zu konzentrieren, kann zu Verspannungen in Schulter und Nacken führen und Kopfschmerzen verursachen. Die Lösung besteht darin, den Raum mit weichen Materialien wie Paravents, Polstermöbeln, Matten und schallabsorbierenden Materialien an der Decke und den Wänden auszustatten, um die Geräusche im Raum zu dämpfen und zu absorbieren.

Ein Tipp ist es, Ruheräume für konzentriertes Arbeiten und Gesprächsräume für Telefonate und Videobesprechungen einzurichten, um sicherzustellen, dass die Kollegen nicht gestört werden. 

Eine Person, die an einem Schreibtisch in einer komfortablen Umgebung sitzt
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch in einer hellen Umgebung

3. Die richtige Büroeleuchtung

Eine gute Beleuchtung im Büro ist die Voraussetzung für unser Wohlbefinden und hilft uns, besser zu sehen und zu arbeiten. Stelle den Schreibtisch so auf, dass du Tageslicht erhältst, ohne dass sich die Bildschirme spiegeln. Denke auch daran, dass das Deckenlicht gleichmäßig ist und direkt vor den Körper fällt, um Schatten zu vermeiden. Am besten kombinierst du das mit einer gezielten Schreibtischbeleuchtung, die vorzugsweise entsprechend dem Alter der MitarbeiterInnen eingestellt werden sollte.

Ist die Beleuchtung in den Räumlichkeiten angemessen? Der Mützentest kann dabei die Antwort geben: Halte die Hände über deine Augen. Wenn das Licht mit “aufgesetzter Mütze" als angenehmer empfunden wird, bedeutet dies, dass die Beleuchtung verbessert werden muss. Tipp: Mach’ im Winter Mittagsspaziergänge, um Energie aus dem Tageslicht zu tanken. 

4. Pausenräume gestalten

Wir Menschen sind soziale Wesen, die sich in der Interaktion mit Mitmenschen wohl fühlen. Wir können positive Gefühle leicht verstärken, indem wir ein einladendes Umfeld für Pausen, Mittagessen und kurze Pausen mit Kollegen schaffen. Ziehe dabei auch in Betracht, Aufenthaltsräume und Kantinen "Smartphone-frei" zu gestalten, denn das macht uns offener für unsere Umgebung. Ein weiterer Tipp: Fördere die Gemeinschaft durch Spielen, zB mit einer Tischtennisplatte.

Vergiss nicht, auch KollegInnen, die von zu Hause aus arbeiten, regelmäßig in Team-Aktivitäten einzubinden: “Digitale Kaffeepausen” kommen immer gut an.

Eine Person, die in die Kamera schaut und lächelt
Sofa VARIETY

Tipp! Ein Sofa für alle Gelegenheiten

Ob als bequemer Sitzplatz für BesucherInnen, ein alternativer Arbeitsplatz oder als einladender Treffpunkt in der Kaffeepause - Sofas können im Büro viele Funktionen erfüllen und dabei ganz unterschiedlich aussehen. Wonach suchst du? 

Sofas für den Eingangsbereich, Büro & Lounge

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch in einem schallisolierten Büro

5. Mehr Ordnung, weniger Stress

Nicht jeder mag ein Großraumbüro. Manche fühlen sich dort unwohl und können in solchen Umgebungen nur schwer Höchstleistungen erbringen. Deshalb sind Alternativen erforderlich. Am besten wäre es, wenn jeder Arbeitsplatz an die jeweiligen Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden könnte, zum Beispiel was die Rückenfreiheit betrifft. Das Hinzufügen von Bildschirmen, Ablagen und die Re-Positionierung des Arbeitsplatzes innerhalb des Raumes sind weitere Möglichkeiten, die Bedürfnisse des Einzelnen zu decken.

Eine weitere Möglichkeit für ungestörtes Arbeiten sind Blocker im Kalender: Einfach einen Timeslot buchen, wo man sich voll und ganz auf seine Aufgaben konzentrieren kann.

Forschung zu Gesundheitsfaktoren

Im Rahmen des Forschungsprojekts "Gesundheit und Zukunft" wurden die Merkmale von Arbeitsplätzen im öffentlichen Sektor mit gesunden Beschäftigten untersucht, aber auch private Unternehmen wurden auf ähnliche Weise untersucht, um herauszufinden, was einige Arbeitsplätze gesünder macht als andere. Arbeitsplätze mit niedrigem und hohem Krankenstand wurden miteinander verglichen, um herauszufinden, was diejenigen mit niedrigem Krankenstand erfolgreich macht, um den Krankenstand zu senken. Dabei stellte sich heraus, dass die physischen und psychischen Gesundheitsfaktoren an Arbeitsplätzen mit gesunden Beschäftigten in etwa gleich sind.

Hier erfährst du mehr über Ergonomie
Dre Kollegen sitzen und führen ein Gespräch

Zusammenfassung

Der Blog hebt hervor, wie wichtig es ist, körperliche Gesundheitsfaktoren am Arbeitsplatz zu berücksichtigen, um das Wohlbefinden der Beschäftigten und eine nachhaltige Gesundheit zu fördern. Die Physiotherapeutin und Ergonomin Erica von Sicard hat einige dieser Faktoren aufgelistet. Sie reichen von einer Vielzahl von Körperhaltungen, die die Blutzirkulation fördern, über eine angenehme Licht- und Geräuschumgebung bis hin zur Förderung sozialer Interaktion durch gemeinsam genutzte Räume und viele Ablagemöglichkeiten für ein angenehmes, aufgeräumtes Arbeitsumfeld. Studien zeigen außerdem, dass Arbeitsplätze, an denen sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit gefördert wird, eine gesündere Mitarbeiterzahl und einen niedrigeren Krankenstand aufweisen.

FAQ

Ein positives Arbeitsklima mit guten ergonomischen Bedingungen und einer guten Arbeitsumgebung sowie gegenseitiger Respekt und eine klare Führung sind starke Faktoren, die zum Wohlbefinden und zur Zufriedenheit der Beschäftigten und damit zu besseren Leistungen beitragen.
Ein gesunder Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, an dem alle, die dort arbeiten, gute Bedingungen vorfinden, um sich körperlich und geistig wohl zu fühlen und so ihre Arbeit gut zu machen.
Es ist nicht gesund den ganzen Tag zu sitzen. Man sollte die Körperhaltung mehrmals am Tag wechseln.
Psychische Risikofaktoren beziehen sich auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden. Zum Beispiel gute soziale Beziehungen, Erholung und Sicherheit.
Zu den Risikofaktoren gehören Stress, ein hoher Geräuschpegel, schlecht gestaltete Arbeitsplätze und ein Mangel an Informationen und Sicherheit.